Innere oder die absolute Freiheit

Yoga Sūtra 4.34

„So sind im Zustand der inneren Freiheit, die menschlichen Ziele verwirklicht und die Bewegtheit der Grundeigenschaften (guņas) ist abgedämpft. Die innere Form leuchtet hervor – das Licht des Erkenners, des sehenden Selbst hat sich durchgesetzt.“

Kaivalya bedeutet die endgültiger Befreiung, den Zustand der Erlösung, aber auch das Alleinsein oder die Abgeschiedenheit. Mokṣa meint ebenso Befreiung - gemeint ist jedoch die Freiheit von Saṃsāra, dem Kreislauf der Wiedergeburten.

Innere Freiheit bedeutet sich mit all seinen Facetten anzunehmen, zu erkennen, zu leben und zu lieben. Sich jederzeit der Struktur seines Geistes gewahr zu sein und keine Irrfahrten mehr zuzulassen. Man erkennt, wenn der Geist einen irreführen will und kann dagegen ansteuern. Man ist frei! Auch von Anhaftungen. Veränderungen stiften keine Verwirrung mehr. Man fühlt sich nicht ausgeliefert und ist nicht im Opferdenken verhaftet, sondern ist immer verbunden, präsent, agiert eigenständig, klar und in liebevoller Weise, immer im Hinblick auf das Große und Ganze – Īśvara praņidhāna. Man ist nie getrennt, sondern jederzeit verbunden und wird getragen von der großen Urkraft śraddhā – das unerschütterliche Vertrauen.

Der Prozess der Veränderung verlangt von uns drei Qualitäten beim Üben. Leidenschaft (tapas) - Selbstreflexion (svādyāya) - und Hingabe an „eine höhere Kraft“ (Īśvara praņidhāna).