Rezitation - Rückzug der Sinne - Meditation

Rezitation - Chanten

Die Welt ist Klang (aus den Veden)

Rezitation meint das Chanten, wiederholen von Mantras - einzelne Silben oder Verse. Die Kraft der Rezitation liegt in der Sprache des Sanskrits, die als vollkommene Sprache oder große spirituelle Sprache der Menschheit gilt.

Rezitation wird besonders einsetzt um Körper, Geist und Seele zu heilen, da sie das innere Gleichgewicht herstellt. Es reinigt die Sinnesorgane, fördert die Leichtigkeit, befreit von Zweifeln, Stress, Druck und stärkt die Ich-Kraft.

Rezitation ist der Klang der in die Stille führt. Es ist eine Grundlage für eine tiefe Meditation, die dann umso intensiver erfahren werden kann.

Mantras spielen dabei eine wichtige Rolle. Es wird aus einer Fülle an Mantras individuell passend zum Thema oder Deiner Situation entsprechend ausgewählt und rezitiert.

Das Śiva Sūtra (Tantrismus) bietet noch mehr Möglichkeiten als das Yoga Sūtra, sich mit dem Thema Rezitation auseinander zusetzen.

Probiere es aus und schau, ob Dir das liegt. Es ist sehr heilsam, kraftvoll und wunderbar im Alltag anzuwenden, auch mental.

Rückzug der Sinne (Pratyāhāra)

„Wie ein Torhüter soll man die Tore seiner Sinne bewachen.“ Buddha

Pratyāhāra meint den Rückzug der Sinne oder die Sinnesanbindung an das Innere. Es wird auch als Brücke oder Übergang beschrieben, das vom Außen ins Innen führt. Wenn sich das Bewusstsein nach Innen wendet, folgen ihm die Sinne.

Es ist unser Geist der die Sinne beherrscht, nicht umgekehrt. Somit ist die Loslösung der Sinne von äußern Objekten notwendig, um zu meditieren. Patañjali sieht Pratyāhāra als Vorstufe zur Meditation.

Durch verschiedene Techniken im Yoga kann Pratyāhāra besonders intensiv angesprochen und wahrgenommen werden und wird im Yoga Sūtra in Vers 2.54 und 2.55 beschrieben.

Hier mache ich gerne auch einen Ausschweif in den Tantrismus, das Śiva Sūtra, bei dem die Sinne noch näher beschrieben sind.

Meditation

Die ganze Kunst der Meditation ist die Kunst, dich zu erinnern, wer du bist. Osho

In der Meditation geben wir den bereits schon beruhigten Geist eine Ausrichtung. Eine passende āsana- und prāņāyāma-Praxis bereitet uns auf die Stille in der Meditation vor. Wir haben die Möglichkeit unser wahres Wesen zu erfahren und darin im Idealfall zu verschmelzen. Wir lernen eine stabile Verbindung zu uns selbst aufzubauen. Meditation hilft Dir, wach und klar zu sein. Ein klar ausgerichteter Geist ermöglicht es Dir deinem Leben eine Richtung zu geben, die im Einklang mit Dir steht, um authentisch zu leben. Ein ruhiger Geist gibt Dir Gelassenheit, besonders in stürmischen Zeiten und wirkt präventiv.

Bei der Meditation geht es nicht um den Versuch, irgendwo hinzugelangen. Es geht darum, dass wir uns selbst erlauben, genau dort zu sein, wo wir sind, und genauso zu sein, wie wir sind, und desgleichen der Welt zu erlauben, genauso zu sein, wie sie in diesem Augenblick ist. Jon Kabat-Zinn