Unterrichtsstil

Mein Yoga wird an den:

• Bedürfnissen, Fähigkeiten und Voraussetzungen des Übenden angepasst.

• Die Yogapraxis wird individuell vorbereitet. Es gibt somit kein vorgegebenes Standardprogramm.

• Der Mensch und der Atem stehen hier im Mittelpunkt.

• Der Unterricht wird schrittweise aufgebaut. Die einzelnen Übungen werden sorgfältig vorbereitet, harmonisch aufeinander abgestimmt und ausgeglichen.

• Der Atem führt die Bewegung! Körperhaltungen und Bewegungsabläufe werden bewusst mit dem Atem kombiniert, da die Qualität des Atems entscheidend ist.

• Die innere Haltung mit der geübt wird, ist wichtiger, als die äußere Form, oder die Präzision, mit der ein Āsana eingenommen wird.

• Yoga wird als tiefer, persönlicher Prozess des Wachstums und der Ganzheit verstanden, der zur Integration führt.

• Im Zentrum der Praxis stehen die Wirbelsäule (Merudaņḍa) und ihre Aufrichtung. Die Wirbelsäule ist die zentrale Achse des Körpers, von der alle Bewegungen ausgehen.

Im Yogaunterricht wird immer ein philosophisches Kursthema verfolgt. Körperübungen (āsanas) und Atemtechniken (prāņāyāma), Rezitation und Meditation werden je nach Erfahrungsstand eingesetzt, um den Geist in den yogischen Zustand der Ruhe und Klarheit zu versetzen. Es wird dabei individuell auf die Einschränkungen und Bedürfnisse eingegangen, was natürlich im Gruppenunterricht nur bedingt möglich ist. Durch wiederholtes Üben mit Leichtigkeit und Gelassenheit wird das Yogawissen und Üben vertieft.

Tradition

Sri T. Krishnamacharya war einer der bedeutendsten Yogameister des 20. Jahrhunderts und wurde 1888 in Südindien geboren, verstarb 1989 im Alter von 101 Jahren. Er studierte an der Universität von Benares, Sanskrit, Logik und Grammatik und besuchte dann verschiedene Universitäten, an denen er Astrologie, vedische Rezitation, Recht und Ayurveda studierte. Mit 28 Jahren ging er für 7 Jahre in den Himalaya nach Tibet und ließ sich in die Geheimnisse des Yoga einweihen und unterrichtete danach als weltbekannter Yogalehrer, ayurvedischer Heiler und Rezitator. Er eröffnete den Yoga für die moderne Zeit. Er passte die teils sehr fordernden Körperübungen (āsanas) auf die westlichen Bedürfnisse an, z. B. durch den Einsatz von Varianten. Er unterrichtete als erster Frauen im Yoga und erkannte dessen Wichtigkeit besonders in der Schwangerschaft. Es war ihm wichtig, Yoga allen Menschen zugänglich zu machen. Er sah den Menschen tief in seiner Einzigartigkeit und Individualität an. Yoga war für ihn das größte Geschenk an die Welt und er zeigte welchen Beitrag Yoga bei der Vorbeugung und Heilung von Krankheiten leisten kann. Für ihn gibt es keine Trennung zwischen Geist und Körper. Heilung liegt ihm Geist begründet.

Er stützte sich besonders auf die Texte des Yoga Sūtra und auch der tantrischen Philosophie.

Sein Sohn Sri T.K.V. Desikachar und sein Schüler R. Sriram verfeinerten das Prinzip der Anpassung in der Yogapraxis auf die Bedürfnisse des Menschen. Sie entwickelten einen ganzheitlichen, therapeutischen Ansatz im Yoga.